Organic Cotton for Colombia – LA SIESTA feiert Bio-Baumwollernte in Kolumbien

In diesem Jahr hat LA SIESTA ein besonderes Ereignis zu feiern:

Erste Baumwollkeimlinge kommen unter dem Mulch hervor. Mulchen ist eine beim Bio-Anbau beliebte Methode. Damit wird der Boden in tropischen Klimas vor dem Austrocknen bewahrt und die Entstehung von Nützlingen gefördert.

Dank dem Engagement des Firmengründers Alexander Grisar wurde die erste Ernte von LA SIESTA selbst angebauter Bio-Baumwolle in Tolima, Kolumbien eingefahren und zu Garn verarbeitet. Das freut uns ganz besonders, da damit ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit unserer kolumbianischen Hängemattenproduktion, im Speziellen unsere Bemühungen zur Vermeidung langer Transportwege, eingeleitet wurde.

Pionier in Herzenssache: LA SIESTA und Bio-Baumwolle

Jens Soth der Helvetas Swiss Intercooperation, unser internationaler Consultant zeigt sich stolz und zufrieden über das Gedeihen der Baumwollkapseln.

Schon im Jahr 2008 begann LA SIESTA, damals noch unter der Leitung von Alexander Grisar, als weltweit erstes Hängematten-Unternehmen Produkte aus zertifizierter Bio-Baumwolle herzustellen. Diese Pionierarbeit im Hängemattensegment wurde im Folgenden stets ausgeweitet: Mittlerweile werden rund 20% der Baumwoll-Produkte von LA SIESTA aus zertifizierter Bio-Baumwolle hergestellt. 2014 erhielten unsere kolumbianischen Biobaumwollprodukte darüber hinaus das GOTS-Siegel. Der GOTS-Zertifizierung liegen sowohl soziale wie ökologische Kriterien zugrunde und die Auflagen des Siegels gelten heutzutage als die weitreichendsten unter allen globalen Textilsiegeln.

Die SOCiLA Initiative

Die Initiative SOCiLA (Support Organic Cotton in Latin America) wurde gemeinsam von Alexander Grisar und LA SIESTA ins Leben gerufen, um den Anbau von Bio-Baumwolle in Lateinamerika zu fördern. Sie ist seit nunmehr fast 6 Jahren beratend und aufklärend vorrangig in Kolumbien tätig und hat nun erstmals mit Organic Cotton for Colombia ein erstes eigenes LA SIESTA Anbauprojekt in der Provinz Tolima in die Wege geleitet.

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Lagebesprechung im Bambushaus der Finca von Carlos Brigard, dem Technischen Leiter des Projektes.

Das Projekt: praktische Herangehensweise und Durchführung

Das Projekt wurde mit mehreren lokalen Partnern und einem renommierten europäischen Berater auf vier Anbauflächen innerhalb eines Umkreises von 80 km im südlichen Tolima auf insgesamt 21 ha Ackerland ausgerichtet. LA SIESTA trug sämtliche Kosten, die für Anbau, Verarbeitung und Beratung anfielen, und produzierte auf diese Art seine eigene Baumwolle bzw. sein eigenes Garn.

Als Höhepunkt des Projektes wurde nun die Ernte eingefahren. Dabei wurden nicht die zunächst erhofften Erträge erreicht, die Anbauergebnisse sind jedoch als wertvolle Erfahrungssammlungen anzusehen und sollten zu weiteren Anbauten animieren. Dazu ist LA SIESTA ferner eine Bio-Baumwoll-Einkaufsverpflichtung eingegangen: Wir haben uns gegenüber einer Bauerngruppe im südlichen Tolima verpflichtet, jährlich bis zu 50 t zertifizierte Biobaumwolle während eines Zeitraums von mindestens 5 Jahren zu bereits jetzt festgesetzten Preisen abzukaufen.

Die Trennung von Baumwolle und Samen des geernteten Produktes (Saatbaumwolle) erfolgte in einer zentral zu den Anbauflächen gelegenen Entkernungsanlage. Die dort gewonnene Baumwollfaser wurde in einer Spinnerei in Medellín zu Garn verarbeitet.

Alle 4 Anbauflächen und die Entkernungsanlage erhielten die Bio-Siegel, sowohl nach den europäischen (EC 834/2007) als auch nach den amerikanischen (USDA/NOP) Normen. Für die Entkernungsanlage und die Spinnerei erhielten wir ferner den GOTS-Siegel, so dass wir jetzt das erzeugte Garn für die Herstellung unserer GOTS-zertifizierten Hängematten einsetzen können.

In Kolumbien herrscht leider die allgemeine Meinung, dass Zertifizierungen allgemein schwer zu erreichen sind. Durch die von uns erreichten Zertifizierungen dürfte deshalb ein Meilenstein für Bauern und die Textilbranche des Landes gesetzt worden sein, dass sowohl Bio- als auch GOTS-Zertifizierungen durchsetzbar sind und damit insbesondere Zugang zu Auslandsmärkten geschaffen werden können.

Día de Campo

Zwei Wochen vor der Ernte stellten wir das Projekt einer breiten Öffentlichkeit vor. Wir füllten zwei Busse, einen der vom Flughafen Bogotá startete und ein weiterer, der aus der Region abfuhr, und präsentierten das Projekt interessierten Landwirten, Vertretern der Textilindustrie, des Mode- und Konfektionssektors, Interessenverbänden, Vertretern der Regional- und Zentralregierung und Führer indigener Gruppen. Verschiedene Interessenten aus dem Ausland (Brasilien, Schweiz, Deutschland, Australien) waren ebenfalls dabei. Insbesondere erweckten das Projektkonzept (Initiative einer kleinen Marke mit Übernahme aller Kosten und Risiken) und die Möglichkeiten, in Kolumbien einem ökologischeren Landbetrieb in Zusammenarbeit mit indigenen Gruppen und ihren traditionellen Anbaukonzepten durchzuführen, großes Interesse.

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Foto zum Abschluss des Día de Campo in der Finca San Nicolás in El Guamo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Organic Cotton for Colombia: ein Beitrag für Mensch und Natur

Neben der Reduktion des Transportbedarfes versprechen wir uns von der Einleitung der Biobaumwollproduktion in Kolumbien:

  • – Schutz der Gesundheit der kolumbianischen Bauern und ihrer Familien,
  • – Schutz und Aufwertung der Böden – dadurch Verhindern von Erosion,
  • – Erhaltung der Biodiversität – Verringerung der landesüblichen Monokulturen,
  • – Entlastung der Oberflächengewässer und des Grundwassers,
  • – Neue Arbeitsplätze für die Region,
  • – Eröffnung neuer Märkte für Textil- und Konfektionsunternehmen.

Wir freuen uns darauf, die Ernte unseres Projektes in unseren Hängematten zu verarbeiten und hoffen damit einen weiteren Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen geleistet zu haben, die zu unserer kolumbianischen Hängemattenproduktion beitragen.

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